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Vorstellungsveranstaltung: “Medizinische Versorgung von Menschen in Haft”

September 18 @ 19:00 - 20:00

Vor­stel­lungs­ver­an­stal­tung der Bro­schü­re am 18.9. um 19 Uhr online via Zoom (Link folgt).

PM zur Neu­auf­la­ge:

Publi­ka­ti­ons­an­kün­di­gung
16.07.2026 – Vier Jah­re nach Ver­öf­fent­li­chung der ers­ten Auf­la­ge, wur­de die Bro­schü­re zur
medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung von Men­schen in Haft über­ar­bei­tet und aktua­li­siert.
Die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung in Haft soll der­je­ni­gen, von in Frei­heit bei der Gesetz­li­chen
Kran­ken­ver­si­che­rung Ver­si­cher­ten ent­spre­chen – bis auf eini­ge Ein­schrän­kun­gen wie den
Ver­zicht auf freie Arzt­wahl, die aber drau­ßen auch eher for­mal gilt und real oft durch
ver­schie­de­ne Bedin­gun­gen ein­ge­schränkt ist. Wir kön­nen die­sen Anspruch mit der
Wirk­lich­keit abglei­chen: Ist die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung der­je­ni­gen außer­halb der
Gefäng­nis­se gleich­wer­tig?
Nein, das ist sie empi­risch nicht. Die Beschwer­de­brie­fe von Inhaf­tier­ten an uns berich­ten von
gro­ßen Män­geln, die drin­gend beho­ben wer­den müs­sen. Aller­dings kom­men die
Autor*innen vom Ver­ein demo­kra­ti­scher Ärzt*innen und vom soli­da­ri­sches
Gesund­heits­we­sen e.V. – zusam­men mit vie­len Expert*innen – zu dem Schluss, dass sich
selbst mit den bes­ten Gesund­heits­leis­tun­gen das an sich Gesund­heits­schäd­li­che eines
Frei­heits­ent­zu­ges nicht auf­he­ben lie­ße: Psy­cho­so­zia­le Belas­tun­gen und Iso­la­ti­on,
Bewe­gungs­man­gel und unge­sun­des Essen sind Pro­ble­me, die nur teil­wei­se durch struk­tu­rel­le
Ver­bes­se­run­gen in Haft­an­stal­ten gelöst wer­den kön­nen. Eine, mit der Ver­sor­gung außer­halb
ver­gleich­ba­re, medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung ist in Haft nicht mög­lich. Noch grö­ßer ist die
Dif­fe­renz zwi­schen Norm und Wirk­lich­keit bei der psy­cho­lo­gi­schen Ver­sor­gung.
Mit den For­de­run­gen nach einer adäqua­ten medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung von inhaf­tier­ten
Men­schen sind die Autor*innen also gezwun­gen, grund­sätz­li­che gesell­schaft­li­che Fra­gen
anzu­spre­chen: Ist eine Unter­brin­gung in Gefäng­nis­zel­len über­haupt dem
Reso­zia­li­sie­rungs­ziel zuträg­lich oder wider­spricht sie die­sem? Wel­che Fol­ge­run­gen wären
dann für eine Gefäng­nis­kri­tik zu stel­len?
In der neu­en Auf­la­ge wur­de sich noch ein­mal mit dem Maß­re­gel­voll­zug beschäf­tigt und das
Kapi­tel grund­le­gend über­ar­bei­tet. In Anleh­nung an das Plä­doy­er der Deut­schen Gesell­schaft
für Sozia­le Psych­ia­trie e.V., über­neh­men die Autor*innen zen­tra­le Kri­tik­punk­te am Sys­tem
des Maß­re­gel­voll­zugs und schlie­ßen sich den For­de­run­gen der Deut­schen Gesell­schaft für
Sozia­le Psych­ia­trie e.V. an, die Maß­re­geln nach §§ 63 und 64 StGb abzu­schaf­fen und
Täter*innen statt­des­sen unab­hän­gig von der Schuld­fä­hig­keit zu einem Frei­heits­ent­zug zu
ver­ur­tei­len. Dar­über hin­aus muss auf Basis der Frei­wil­lig­keit allen in einem sol­chen
ein­heit­li­chen Voll­zug kran­ken Per­so­nen – ob psych­ia­trisch oder soma­tisch – ein
leit­li­ni­en­ge­rech­tes, evi­denz­ba­sier­tes und bedarfs­ge­rech­tes Behand­lungs­an­ge­bot gemacht
wer­den.
Die Bro­schü­re kön­nen Sie für 3Euro/Stück unter solid.G‑Wesen@posteo.de bestel­len.
Mit soli­da­ri­schen Grü­ßen, Fran­zis­ka Max

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