Autor: Karen

  • Online Veranstaltung “Abschottung, Ausgrenzung, Hetze” am 13.12.

    Online Veranstaltung “Abschottung, Ausgrenzung, Hetze” am 13.12.

    13.12.2024, 18 Uhr, Online:

    Abschot­tung, Aus­gren­zung, Het­ze

    Mit

    • Hagen Kopp (Kein Mensch ist ille­gal Hanau, Watch the med)
    • N.N. (Lam­pe­du­sa in Hanau)
    • Lukas Welz (Geschäfts­füh­ren­der Lei­ter der BAfF, dem Dach­ver­band der Psy­cho­so­zia­len Zen­tren für geflüch­te­te Über­le­ben­de von Fol­ter, Ver­fol­gung und Krieg)

    „Soli­da­ri­tät ver­tei­di­gen!“ lau­tet der Titel der dies­jäh­ri­gen Ver­an­stal­tungs­rei­he von vdää* und Soli­da­ri­schen Gesund­heits­we­sen e.V., die sich in vier Online- Ver­an­stal­tun­gen mit dem aktu­el­len poli­ti­schen Rechts­trend aus­ein­an­der­ge­setzt hat. Auf dem Gesund­heits­po­li­ti­schen Forum am 29. und 30.11.2024 in Dres­den haben wir uns dann schwer­punkt­mä­ßig der Fra­ge gewid­met, was Cha­rak­te­ris­ti­ka rech­ter Gesund­heits­po­li­tik sind.

    Als Ergän­zung der Ver­an­stal­tungs­rei­he wol­len wir uns am 13.12.2024 in einer wei­te­ren Online-Ver­an­stal­tung im Vor­feld der Jah­res­haupt­ver­samm­lung des Soli­da­ri­schen Gesund­heits­we­sens mit dem aktu­el­len Migra­ti­ons­dis­kurs, der Lage an den euro­päi­schen Außen­gren­zen und dem Umgang mit Geflüch­te­ten in Deutsch­land beschäf­ti­gen.

    Uns beschäf­ti­gen unter ande­rem die Fra­gen:

    • Wie ist die aktu­el­le Situa­ti­on an den EU Außen­gren­zen?
    • Was ist das GEAS?
    • Wel­che Erfah­run­gen machen Geflüch­te­te im euro­päi­schen und deut­schen Asyl­sys­tem?
    • Wie sieht die psy­cho­lo­gi­sche und psych­ia­tri­sche Ver­sor­gung von geflüch­te­ten in Deutsch­land aus?

    Dafür haben wir Hagen Kopp von Kein Mensch ist ille­gal Hanau und Watch the med und Lukas Welz, geschäfts­füh­ren­der Lei­te des Dach­ver­bands der „Psy­cho­so­zia­len Zen­tren für geflüch­te­te Über­le­ben­de von Fol­ter, Ver­fol­gung und Krieg“ ein­ge­la­den. Außer­dem wird uns ein Akti­vist aus der Grup­pe Lam­pe­du­sa in Hanau berich­ten.

    Wir freu­en uns auf span­nen­de Inputs und eine inter­es­san­te Dis­kus­si­on!

    Unter fol­gen­dem Link könnt ihr teil­neh­men: https://us02web.zoom.us/j/88578203683?pwd=CJhvIbeA5Od4geaZ9xyBkQiKsALltN.1

    Anmel­dung zur JHV bit­te an solid.g‑wesen@posteo.de.

    Im Anschluss dar­an wird die  Jah­res­haupt­ver­samm­lung des Soli­da­ri­schen Gesund­heits­we­sen e.V. statt­fin­den. Inter­es­sier­te Gäs­te sind herz­lich will­kom­men!

    Über uns

  • Einladung: Gesundheitspolitisches Forum 2024

    Einladung: Gesundheitspolitisches Forum 2024

    vom 29.November bis zum 1.Dezember Zentralwerk Dresden
    gemeinsam mit dem vdää*

    Soli­da­ri­tät ver­tei­di­gen! Rech­te Poli­tik und Mili­ta­ri­sie­rung – Aus­wir­kun­gen und Gegen­stra­te­gien im Gesund­heits­we­sen

    Vor­läu­fi­ges Pro­gramm:

    Frei­tag, 29.11.:

    • 14–18 Uhr: Semi­nar: Gesund­heits­po­li­tik im Natio­nal­so­zia­lis­mus
    • 19.30 Uhr: Klaus Dör­re | Wel­che Hoff­nun­gen set­zen die Arbeiter*innen in rech­te Poli­tik? Haben wir dar­auf lin­ke Ant­wor­ten?

    Sams­tag, 30.11.:

    • 9 Uhr: Begrü­ßung
    • 9.15 Uhr: Panel 1: Was ist rech­te Gesund­heits­po­li­tik?
    • 11.15 Uhr: Panel 2: Mili­ta­ri­sie­rung des Gesund­heits­we­sens
    • 14.30- 16.30 Uhr: Work­shop­p­ha­se: u.a.: Argu­men­ta­ti­ons­trai­ning gegen rech­te Posi­tio­nen, (Anti)Militarismus im Gesund­heits­we­sen, Ras­sis­mus im Gesund­heits­we­sen,…
    • 17 Uhr: Abschluss­dis­kus­si­on

    Sonn­tag, 1.12.:

    • Aktu­el­les aus der Gesund­heits­po­li­tik
    • Jah­res­haupt­ver­samm­lung des vdää* | Ein­la­dung und Tages­ord­nung wird per Mail an die Mit­glie­der ver­schickt

    Anmel­dun­gen sind ab sofort mög­lich bei: info (at) vdaeae.de

    Das genaue Pro­gramm und wei­te­re Infor­ma­tio­nen fol­gen auf unse­rer Web­sei­te sowie der Web­sei­te des Vdää*

  • Online-Veranstaltungsreihe “Solidarität verteidigen”

    Online-Veranstaltungsreihe “Solidarität verteidigen”

    Online- Veranstaltungsreihe Solidarität verteidigen!-Gegen Militarisierung und rechte Politik

    gemeinsam mit dem vdää*

    Wäh­rend wir für ein bes­se­res, gerech­te­res und soli­da­ri­sche­res Gesund­heits­sys­tem kämp­fen, beun­ru­hi­gen uns gänz­lich gegen­läu­fi­ge gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen. Ras­sis­ti­sche, sexis­ti­sche und klas­sis­ti­sche Het­ze, eine emo­tio­nal auf­ge­la­de­ne Ableh­nung von frei­heit­li­chen Gesell­schafts­bil­dern und ein neu­er Auto­ri­ta­ris­mus, der sich auch in einer neu­en Mili­ta­ri­sie­rung der Gesell­schaft abzeich­net, machen uns zurecht Sor­gen. Eini­ges davon, wie die Zunah­me der Popu­la­ri­tät und Sicht­bar­keit rech­ter Ideen und Nar­ra­ti­ve beob­ach­ten wir seit Jah­ren; ande­res, wie die Rede von der Kriegs­taug­lich­keit, ist rela­tiv neu.

    Für uns steht fest, dass sich die Gefahr rech­ter Poli­tik mit­nich­ten auf die AfD beschränkt und dass wir sie, um wirk­sa­me Gegen­stra­te­gien zu ent­wi­ckeln, genau­er ver­ste­hen müs­sen. Dabei tun sich vie­le Fra­gen auf: Gibt oder gab es wirk­lich einen „Ruck“ nach rechts? Haben sich Posi­tio­nen in der Gesell­schaft ver­än­dert oder wur­de ein­fach die Gren­ze des Sag­ba­ren ver­scho­ben? Wel­che Rol­le spielt dabei die soge­nann­te „Mit­te“? Wie hän­gen Auto­ri­ta­ris­mus und Austeri­tät zusam­men? Gibt es wirk­lich kei­ne Alter­na­ti­ve zur mili­tä­ri­schen Auf­rüs­tung?

    Um Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen zu ent­wi­ckeln, haben wir vier tol­le Referent*innen für eine Online-Ver­an­stal­tungs­rei­he im Okto­ber und Novem­ber gewin­nen kön­nen.

    Auf der Web­sei­te des vdää* wer­den wir im Vor­feld wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Inhalt der ein­zel­nen Ver­an­stal­tun­gen und zu den Zugangs­da­ten ver­öf­fent­li­chen.

    Tragt Euch ger­ne jetzt schon fol­gen­de Ter­mi­ne in die Kalen­der ein:

    Da poli­ti­sche Bil­dungs­ar­beit Geld kos­tet und wir auch unse­re Referent*innen ange­mes­sen hono­rie­ren wol­len, bit­ten wir um Spen­den. Unser Vor­schlag sind 5 Euro pro Per­son und Ver­an­stal­tung.

    Bit­te denkt dar­über nach, in Zukunft regel­mä­ßig an das Soli­da­ri­sche Gesund­heits­we­sen zu spen­den. Ihr unter­stützt damit die Zei­tungs­re­dak­ti­on, unse­re Arbeit im Bünd­nis Kran­ken­haus statt Fabrik, ver­schie­de­ne kri­ti­sche gesund­heits­po­li­ti­sche Publi­ka­tio­nen sowie in die­sem Jahr beson­ders unse­ren The­men­schwer­punkt „Soli­da­ri­tät ver­tei­di­gen“.

    Ende Novem­ber wer­den wir im Rah­men des Gesund­heits­po­li­ti­schen Forums noch ein­mal spe­zi­ell im Hin­blick auf das Gesund­heits­we­sen dis­ku­tie­ren, wel­che Gefah­ren aktu­ell von rech­ter Poli­tik und Mili­ta­ri­sie­rung aus­ge­hen und was wir dage­gen tun kön­nen.

    Wir freu­en uns auf euch!

     

  • Online Veranstaltungsreihe des Bündnis Krankenhaus statt Fabrik

    Am 25. Sep­tem­ber wird die Anhö­rung zum Kran­ken­haus­ver­sor­gungs­ver­bes­se­rungs­ge­setz (KHVVG) im Gesund­heits­aus­schuss statt­fin­den, am 18. Okto­ber wird es wahr­schein­lich zur 2./3. Lesung im Bun­des­tag kom­men. Höchs­te Zeit also, sich dar­über zu infor­mie­ren, was hier geplant wird und wel­che Aus­wir­kun­gen es hat. Ange­kün­digt ist von Lau­ter­bach eine „dra­ma­ti­sche Ent­öko­no­mi­sie­rung“, die Abschaf­fung der DRGs und gar eine „Revo­lu­ti­on“. Inhalt­lich ver­spro­chen wird eine Ver­bes­se­rung der Qua­li­tät und eine bes­se­re Orga­ni­sa­ti­on und ziel­ge­naue­re Pla­nung der Ver­sor­gung. Das Bünd­nis Kran­ken­haus statt Fabrik bie­tet dazu im Sep­tem­ber eine 4‑teilige Ver­an­stal­tungs­rei­he an, in der wir zu jedem The­ma unse­re Vor­stel­lung von einer guten Reform erläu­tern, den Anspruch der mit dem KHVVG geplan­ten Reform vor­stel­len und die kon­kre­ten Vor­schlä­ge des KHVVG auf den Sezier­tisch legen. Das Ergeb­nis ver­glei­chen wir dann mit unse­ren Vor­stel­lun­gen und dis­ku­tie­ren es mit Euch.

    Zoom­raum: https://us02web.zoom.us/j/82489391975?pwd=YPOCcnaZ61tcXJRGXVDkeb04LvATWs.1

    Mee­ting-ID: 824 8939 1975 Kenn­code: 894931

    Wenn Ihr teil­neh­men wollt, bit­ten wir um Anmel­dung unter: info@krankenhaus-statt-fabrik.de

    1) Mitt­woch, 04.09. 19–20:30Uhr

    Achim Teusch / Tho­mas Zmrz­ly: Erfah­rung aus NRW: Aus­wir­kun­gen der Ver­ga­be der Leis­tungs­grup­pen auf die Kran­ken­häu­ser in NRW

    Das Vor­bild für zumin­dest Tei­le von Lau­ter­bachs Reform­pro­jekt ist die Kran­ken­haus­re­form in Nord­rhein­west­fa­len. Auch dort wird mit­tels Leis­tungs­grup­pen die Kran­ken­haus­land­schaft neu sor­tiert. Im Som­mer die­sen Jah­res wur­den den Kran­ken­häu­sern in Nord­rhein­west­fa­len die Leis­tungs­grup­pen zuge­teilt, die sie in Zukunft noch ver­sor­gen dürfen/sollen. Auch hier wird argu­men­tiert, dass dies die Qua­li­tät der Ver­sor­gung ver­bes­sern soll. Wir wer­den die NRW-Reform vor­stel­len und ihre Aus­wir­kun­gen auf die Ver­sor­gung dar­stel­len und am Ziel der Qua­li­täts­ver­bes­se­rung mes­sen.

    2) Mitt­woch, 11.09. 19–20:30 Uhr

    Peter Hoff­mann / Diet­mar Lan­ge: Finan­zie­rungs­re­form: Vor­hal­te­pau­scha­len und ihr Ver­hält­nis zu den DRG

    Die Finan­zie­rung der Kran­ken­häu­ser durch DRG war zen­tral für die kapi­ta­lis­ti­sche Durch­öko­no­mi­sie­rung der Kran­ken­häu­ser. Sie hat zu dra­ma­ti­schen Ver­wer­fun­gen für Beschäf­tig­te und Patient*innen geführt. Eine Reform der Finan­zie­rung in Rich­tung Selbst­kos­ten­de­ckung ist des­halb drin­gend not­wen­dig. Mit den im KHVVG geplan­ten „Vor­hal­te­pau­scha­len“ sol­len nun die öko­no­mi­schen Anrei­ze der DRG redu­ziert und die Kran­ken­häu­ser ent­öko­no­mi­siert wer­den. Wir wer­den die Vor­hal­te­pau­scha­len vor­stel­len und prü­fen, was dran ist an den Ver­spre­chun­gen.

    3) Mitt­woch, 18.09. 19–20:30 Uhr

    Tho­mas Böhm / Nad­ja Rako­witz: Struk­tur­re­form durch Leis­tungs­grup­pen und Qua­li­täts­kri­te­ri­en im KHVVG

    Struk­tur­re­for­men ent­lang von sinn­vol­len Qua­li­täts­kri­te­ri­en sind drin­gend nötig in der Kran­ken­haus­land­schaft in Deutsch­land. Dafür müss­ten aber erst Vor­aus­set­zun­gen geschaf­fen wer­den. Wir wer­den die Vor­schlä­ge für eine Struk­tur­re­form im KHVVG vor­stel­len – Leis­tungs­grup­pen und dazu gehö­ri­ge Qua­li­täts­kri­te­ri­en – und deren Aus­wir­kun­gen auf Ver­sor­gung und Qua­li­tät unter­su­chen und dann den Abgleich von Behaup­tun­gen und Rea­li­tät vor­neh­men.

    4) Mitt­woch, 25.09. 19–20:30 Uhr

    Tho­mas Böhm / Sil­via Habe­kost: Ver­sor­gung in länd­li­chen Gebie­ten / Sek­toren­über­grei­fen­de Ver­sor­gungs­zen­tren

    Im Gesund­heits­we­sen in Deutsch­land sind die Sek­to­ren (ambu­lant, sta­tio­när, REHA) streng von­ein­an­der abge­grenzt. Das ist medi­zi­nisch und gesund­heits­po­li­tisch nicht sinn­voll. Mit dem KHVVG soll es nun sek­toren­über­grei­fen­de Struk­tu­ren geben und die Kran­ken­häu­ser sol­len geöff­net wer­den für die ambu­lan­te Ver­sor­gung. Gleich­zei­tig sol­len vie­le Kran­ken­haus­leis­tun­gen in die ambu­lan­te Ver­sor­gung ver­scho­ben wer­den. Wir schau­en uns die Plä­ne im KHVVG an und fra­gen, ob die Struk­tu­ren dar­auf vor­be­rei­tet sind und ob sie noch in aus­rei­chen­der Anzahl vor­han­den sein wer­den. Wie wird sich das beson­ders auf die Ver­sor­gung in länd­li­chen Gebie­ten aus­wir­ken?

    Online-Ver­an­stal­tungs­rei­he KHVVG

  • Spendenbrief 2024

    Spendenbrief 2024


    „Wir wider­set­zen uns des­halb allen Ten­den­zen, sozia­le Grup­pen von der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung aus­zu­schließen oder ihre Gesund­heits­res­sour­cen zu beschnei­den.“ Sat­zung des Soli­da­ri­schen Gesund­heits­we­sen e.V.
    Soli­da­ri­tät ver­tei­di­gen – aber wie?
    Ob wir uns schon län­ger der Gefahr von rechts bewusst sind oder gera­de erst durch Medi­en­be­rich­te dar­auf auf­merk­sam wur­den: Das Erstar­ken rech­ter Kräf­te in Deutsch­land, Euro­pa und der Welt ist real, es ist aktu­ell und es ist brand­ge­fähr­lich.
    Auch wir im Gesund­heits­we­sen kom­men nicht umhin, uns damit aus­ein­an­der­zu­set­zen. Es gilt, sich gera­de jetzt für eine soli­da­ri­sche Gesell­schaft stark zu machen und uns der Gefah­ren bewusst zu wer­den, denen gera­de die Men­schen aus­ge­setzt sind, für deren Gesund­heit und Gesund­heits­ver­sor­gung wir uns vor­nehm­lich ein­set­zen, näm­lich sozi­al Benach­tei­lig­te und Men­schen, die von Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung betrof­fen sind.
    Der Ver­ein Soli­da­ri­sches Gesund­heits­we­sen wird sich des­halb im Jahr 2024 gemein­sam mit dem vdää* dem Schwer­punkt­the­ma Gefahr von Rechts wid­men. Wir wol­len damit ein Bil­dungs­an­ge­bot für unse­re Mit­glie­der und ande­re Inter­es­sier­te schaf­fen und anti­fa­schis­ti­sche Netz­wer­ke im Gesund­heits­we­sen stär­ken. Aktu­ell pla­nen wir eine Ver­an­stal­tungs­rei­he, in der wir uns mit den Hin­ter­grün­den von rech­ter Poli­tik und Rechts­extre­mis­mus aus­ein­an­der­set­zen, sowie ganz kon­kre­te Gefah­ren und Hand­lungs­stra­te­gien im Gesund­heits­we­sen dis­ku­tie­ren. Außer­dem wer­den wir eine Aus­ga­be der Gesund­heit braucht Poli­tik, die wir seit 2024 gemein­sam mit dem vdää* her­aus­ge­ben, dem The­ma wid­men. Schließ­lich wird sich auch das dies­jäh­ri­ge Gesund­heits­po­li­ti­sche Forum, das am 29. und 30. Novem­ber 2024 im Zen­tral­werk in Dres­den statt­fin­det, damit befas­sen.
    Wir freu­en uns, zum 10-jäh­ri­gen Ver­eins­ju­bi­lä­um unse­re Arbeit aus­zu­bau­en und mit der Mit­her­aus­ga­be der Gesund­heit braucht Poli­tik um einen wich­ti­gen Bau­stein zu erwei­tern. Dabei wol­len wir unse­re Erfah­run­gen und Netz­wer­ke nut­zen, um uns noch lau­ter in gesund­heits­po­li­ti­sche Debat­ten ein­zu­brin­gen.
    Kon­zep­ti­on und Durch­füh­rung der Kam­pa­gne zu unse­rem dies­jäh­ri­gen inhalt­li­chen Schwer­punkt, sowie die Mit­ar­beit in der Redak­ti­on der Gesund­heit braucht Poli­tik bedeu­ten auch mehr Arbeit.
    Neben Diet­mar Lan­ge, der sich wei­ter­hin um die Fort­füh­rung unse­rer erfolg­rei­chen Arbeit zur Öko­no­mi­sie­rungs­kri­tik im Bünd­nis Kran­ken­haus statt Fabrik küm­mert, haben wir des­halb seit Novem­ber eine zwei­te Arbeits­kraft in Teil­zeit ange­stellt:
    Karen Span­nen­krebs ist Ärz­tin und seit dem Stu­di­um im medi­bü­ro Ham­burg sowie im vdää* gesund­heits­po­li­tisch aktiv. Zu ihren Auf­ga­ben gehört ins­be­son­de­re die Redak­ti­ons­ar­beit, die Orga­ni­sa­ti­on des Gesund­heits­po­li­ti­schen Forums sowie die Pla­nung und Durch­füh­rung der geplan­ten Kam­pa­gne zur Gefahr von Rechts, auch für ein soli­da­ri­sches Gesund­heits­we­sen.
    Um Karens Stel­le dau­er­haft finan­zie­ren zu kön­nen und unse­re Arbeit damit wei­ter aus­zu­bau­en und zu kon­so­li­die­ren, sind wir auf Eure Spen­den ange­wie­sen. Ihr unter­stützt damit unser Enga­ge­ment für ein soli­da­ri­sches Gesund­heits­we­sen und unse­re Bil­dungs­ar­beit im Kampf gegen Rechts und alle Ver­su­che der Ein­schrän­kun­gen des Rechts auf Gesund­heits­ver­sor­gung.
    Wir bit­ten euch um Über­wei­sun­gen auf unten ste­hen­des Kon­to und freu­en uns beson­ders über regel­mä­ßi­ge Spen­den etwa per Dau­er­auf­trag, die uns Pla­nungs­si­cher­heit ermög­li­chen.
    Ihr könnt auch Mit­glied im Ver­ein Soli­da­ri­sches Gesund­heits­we­sen wer­den. Schreibt dafür ein­fach eine Mail.

    Kon­to des Ver­eins Soli­da­ri­sches Gesund­heits­we­sen e.V.:
    Betreff: Kam­pa­gne gegen Rechts
    Frank­fur­ter Spar­kas­se
    IBAN: DE07 5005 0201 0200 5795 25
    BIC: HELADEF1822

  • Die Gesundheit braucht Politik 2⁄24 ist da!

    Die Gesundheit braucht Politik 224 ist da!

    Als Ver­eins­mit­glied des Soli­da­ri­schen Gesund­heits­we­sen e.V. oder GbP Abonennt*in dürft ihr euch in den nächs­ten Tagen über Post freu­en- Die neue Aus­ga­be ist da!

    In die­ser Aus­ga­be haben wir uns dem unbe­que­men, aber wich­ti­gen und aktu­el­len The­ma Krieg und Mili­ta­ri­sie­rung gewid­met. Dabei geht es uns zum einen dar­um, den Blick auf die schreck­li­chen Fol­gen von bekann­ten und unbe­kann­ten Krie­gen welt­weit zu rich­ten, zum ande­ren aber auch die aktu­el­le gesell­schaft­li­che Mili­ta­ri­sie­rung in Deutsch­land, die sich auch ins Gesund­heits­sys­tem abzeich­net. Bern­hard Win­ters zeich­net die Wie­der­kehr des Mili­tä­ri­schen auch im Gesund­heits­we­sen in sei­nem Arti­kel nach.

    Hier fin­det ihr das Inhalt­ver­zeich­nis, ein­zel­ne Arti­kel und ab Dezem­ber 2024 auch die kom­plet­te Aus­ga­be zum Down­load.

    Wenn ihr die GbP noch nicht bekommt oder ein Abo ver­schen­ken wollt, fin­det ihr hier alle Infor­ma­tio­nen. Falls ihr die GbP schon abon­niert habt, freu­en wir uns auch über wei­te­re finan­zi­el­le Unter­stüt­zung. Mit Klick auf den Spen­den­auf­ruf gelangt ihr zu mehr Infor­ma­tio­nen.

     

  • Bündnis Krankenhaus statt Fabrik zum Gesetzentwurf KHVVG

    Bündnis Krankenhaus statt Fabrik zum Gesetzentwurf KHVVG

    Bedarfsgerechte Finanzierung und Krankenhausplanung statt Etikettenschwindel und Abrissbirne

    Sehen Sie hier die Pressekonferenz von Krankenhaus statt Fabrik u.a. zum KHVVG (BT-Drs. 2011854) am 25.06.2024

    Kliniksterben stoppen

    Der „kal­te Struk­tur­wan­del“ der Kli­nik­land­schaft bedroht tat­säch­lich die sta­tio­nä­re Ver­sor­gung in Deutsch­land. In den letz­ten 12 Mona­ten sind so vie­le Kran­ken­häu­ser in die Insol­venz abge­rutscht, wie nie zuvor. Noch nie sind so vie­le Kli­ni­ken in ihrer Exis­tenz bedroht gewe­sen. Die ers­te Pha­se der Kran­ken­haus­re­form gehört der Abriss­bir­ne. Immer mehr Kran­ken­häu­ser wer­den wegen ihrer aus­sichts­lo­sen wirt­schaft­li­chen Lage geschlos­sen, gleich­gül­tig, ob sie für die Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung not­wen­dig sind oder nicht. Es ist ein poli­ti­scher Skan­dal, wie die Ver­ant­wort­li­chen taten­los zuschau­en, die Kri­se leug­nen oder sogar will­kom­men hei­ßen! Wulf-Diet­rich Leber, Lei­ter der Abtei­lung Kran­ken­häu­ser beim GKV-Spit­zen­ver­band sagt: „Jeder Monat, in dem nicht fünf bis zehn Kran­ken­häu­ser vom Netz gehen, ist ein ver­lo­re­ner Monat.“ Wir dage­gen for­dern: Bis zur Fest­stel­lung des ech­ten Bedarfs müs­sen Sofort­hil­fen das Über­le­ben aller bestehen­den Kran­ken­häu­ser sicher­stel­len, bis die Kran­ken­haus­re­form in Zukunft unter der Maß­ga­be einer tat­säch­li­chen Ent­öko­no­mi­sie­rung und Über­win­dung des Fall­pau­scha­len­sys­tems ihre Wir­kung ent­fal­ten kann!

    Wel­ches Kran­ken­haus in Zukunft bedarfs­not­wen­dig ist, muss im Rah­men der Kran­ken­haus­pla­nung der Län­der ent­schie­den wer­den und nicht durch Geld­ent­zug.

    Wir for­dern: Die sta­tio­nä­re Gesund­heits­ver­sor­gung als wesent­li­cher Teil der Daseins­vor­sor­ge muss als sol­cher aus­fi­nan­ziert und sei­tens der Bun­des­län­der geplant und umge­setzt wer­den. Die Kran­ken­haus­re­form muss die Vor­aus­set­zun­gen dafür schaf­fen, dass eine flä­chen­de­cken­de, wohn­ort­na­he und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Ver­sor­gung der Bürger*innen sicher­ge­stellt ist.

    Vorhaltefinanzierung: Etikettenschwindel statt Entökonomisierung 

    Der Gesetz­ent­wurf des KHVVG löst die Ver­spre­chen des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters einer „grund­le­gen­den Ent­öko­no­mi­sie­rung der Kran­ken­haus­ver­sor­gung“ und der „Über­win­dung des Fall­pau­scha­len­sys­tems“ nicht ein.  Denn auch die ange­kün­dig­te neue Vor­hal­te­fi­nan­zie­rung wird bei genau­em Hin­se­hen wie­der mit dem Fall­pau­scha­len­sys­tem gekop­pelt. Das geplan­te Vor­hal­te­bud­get eines Kran­ken­hau­ses errech­net sich aus Anzahl und Schwe­re der Behand­lungs­fäl­le und nicht aus den zur Bedarfs­de­ckung not­wen­di­gen Vor­hal­te­kos­ten. Damit schreibt das BMG die­sel­ben Fehl­an­rei­ze zu immer mehr Behand­lun­gen auch in die Zukunft fort, die am Fall­pau­scha­len­sys­tem viel­fach kri­ti­siert wur­den. Außer­dem bleibt der Anreiz immer mehr Fäl­le zu behan­deln auch dadurch bestehen, dass der rei­ne DRG-Anteil der Ver­gü­tung wei­ter­hin bei 40% der Ein­nah­men eines Kran­ken­hau­ses liegt. Der finan­zi­el­le Druck auf die Kran­ken­häu­ser wird sich auch des­we­gen nicht ändern, weil die Gesamt­sum­me der Finanz­mit­tel (bis auf För­der­be­trä­ge für weni­ge ein­zel­ne Berei­che) gleich­bleibt. Die Vor­hal­te­ver­gü­tung wird also nur zu einer Umver­tei­lung der Mit­tel füh­ren. Umver­tei­lung bedeu­tet dabei, dass ins­be­son­de­re klei­ne Kran­ken­häu­ser mit weni­ger Behand­lungs­fäl­len noch weni­ger Geld erhal­ten wer­den als bis­her. Damit ist auch die­se Umver­tei­lung ein Instru­ment zur finan­zi­el­len (und nicht bedarfs­ge­rech­ten) Struk­tur­be­rei­ni­gung. Es wird die klei­nen Häu­ser nicht vor finan­zi­el­len Pro­ble­men schüt­zen. Die Kran­ken­haus­re­form ergreift also nicht die his­to­ri­sche Chan­ce die Schä­den von Öko­no­mi­sie­rung, Kom­mer­zia­li­sie­rung und Pri­va­ti­sie­rung durch das DRG- Fall­pau­scha­len­sys­tem zu repa­rie­ren. Sie ist ein Eti­ket­ten­schwin­del.

    Wir dage­gen for­dern: Voll­stän­di­ge Abschaf­fung der DRGs, vol­le Finan­zie­rung aller bedarfs­not­wen­di­gen Kos­ten und Gewinn­ver­bot. Wenn man wirk­lich eine Finan­zie­rung von Vor­hal­te­kos­ten will, wäre es das min­des­te – genau wie jetzt schon bei der Pfle­ge – alle Per­so­nal­kos­ten aus den DRGs her­aus­zu­neh­men und voll­stän­dig zu refi­nan­zie­ren.

    Mit den neuen Leistungsgruppen sachgerecht planen 

    Die Ein­füh­rung von Leis­tungs­grup­pen ist grund­sätz­lich geeig­net, die Kran­ken­haus­pla­nung bedarfs­ge­recht aus­zu­ge­stal­ten. Die Län­der müs­sen dabei die bedarfs­not­wen­di­gen Kli­ni­ken und Fach­ab­tei­lun­gen fest­le­gen. Bun­des­ein­heit­li­che Qua­li­täts­kri­te­ri­en für die Leis­tungs­grup­pen geben die jeweils not­wen­di­ge Gerä­te- und Per­so­nal­aus­stat­tung vor. Auch die not­wen­di­gen Vor­hal­tun­gen für den Kata­stro­phen­fall müs­sen durch die Vor­ga­ben abge­deckt sein.  Aller­dings haben sowohl die Leis­tungs­grup­pen als auch die Fest­le­gung von Qua­li­täts­kri­te­ri­en, wie sie jetzt vom BMG geplant sind, ein hohes Miss­brauchs­po­ten­ti­al. Das Glei­che gilt für die neu in den Gesetz­ent­wurf auf­ge­nom­me­nen Min­dest­zah­len, die für jede Leis­tungs­grup­pe fest­ge­legt wer­den sol­len und für die Min­dest­zah­len bei onko­ch­ir­ur­gi­schen Leis­tun­gen. Wer­den sie zu rigi­de aus­ge­legt, droht vie­len Kran­ken­häu­sern das Aus und die flä­chen­de­cken­de Ver­sor­gung bleibt auf der Stre­cke. Dies lässt sich am ehes­ten ver­mei­den, wenn die Bedarfs­pla­nung auf der Basis wis­sen­schaft­li­cher Daten der Ver­sor­gungs­for­schung kon­kret auf regio­na­ler Ebe­ne und demo­kra­tisch (unter Ein­be­zie­hung aller Betei­lig­ten und Betrof­fe­nen) erfolgt.

    Statt­des­sen droht eine Büro­kra­tie­or­gie: Die Defi­ni­ti­on der Leis­tungs­grup­pen wird mit dem Anspruch über­las­tet, eine büro­kra­tisch-klein­tei­li­ge, gerichts­fes­te Abrech­nungs­sys­te­ma­tik ana­log zum Fall­pau­scha­len­sys­tem zu ent­wi­ckeln. Hin­zu­kommt, dass im Gesetz­ent­wurf die Vor­hal­te­ver­gü­tung von Leis­tungs­grup­pen jeweils an die Erbrin­gung von Min­dest­fall­zah­len gekop­pelt sein soll. Die bis­he­ri­gen Min­dest­men­gen für ein­zel­ne Behand­lun­gen und Ein­grif­fe wur­den vom GBA nur fest­ge­legt, wenn es wis­sen­schaft­li­che Bele­ge dafür gab, dass eine höhe­re Zahl von Ein­grif­fen zu bes­se­ren Behand­lungs­er­geb­nis­sen führt. Damit wird jetzt gebro­chen und pau­schal pro Leis­tungs­grup­pe eine Min­dest­fall­zahl fest­ge­legt. Die Fest­le­gung in Form von Per­zen­ti­len erzeugt sogar einen Auto­ma­tis­mus, jedes Jahr wei­te­re Kran­ken­häu­ser mit ver­gleichs­wei­se gerin­gen Fall­zah­len von der Ver­sor­gung ihnen eigent­lich zuge­wie­se­ner Leis­tungs­grup­pen aus­zu­schlie­ßen. So hat das rein gar nichts mehr mit wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen zu tun, son­dern ist ein Will­kür­akt, um immer wei­te­re Kran­ken­häu­ser von der Ver­sor­gung aus­zu­schlie­ßen. Damit ist es ein mas­si­ver Ein­griff in die Pla­nungs­ho­heit der Län­der. Das glei­che gilt für die Min­dest­zah­len bei onko­ch­ir­ur­gi­schen Leis­tun­gen, die eben­falls über ein brei­tes Leis­tungs­spek­trum in Form von Per­zen­ti­len fest­ge­legt wer­den soll und deren Nicht­er­rei­chen zum Ver­lust der DRG-Ver­gü­tung führt.

    Wir for­dern: Ein­satz der Leis­tungs­grup­pen nur zur bedarfs­ge­rech­ten regio­na­len und demo­kra­ti­schen Pla­nung, nicht als Selek­ti­ons­in­stru­ment zur Markt­be­rei­ni­gung.

    Sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen gemeinwohlorientiert gestalten

    Seit Jahr­zehn­ten ist die Auf­he­bung der Tren­nung der ambu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Ver­sor­gung über­fäl­lig. Vie­le Betei­lig­te set­zen des­halb gro­ße Hoff­nun­gen in ein Kon­zept sek­toren­über­grei­fen­der ambu­lant-sta­tio­nä­rer Ein­rich­tun­gen, die fle­xi­bel dem loka­len und regio­na­len Bedarf fol­gen und zugleich pfle­ge­ri­sche und medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung anbie­ten soll­ten. Die vor­ge­se­he­nen Rege­lun­gen für „sek­toren­über­grei­fen­de Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen“ wer­den aber die­sem Anspruch nicht gerecht. Sie sind der Ver­such mög­lichst vie­le klei­ne Kran­ken­häu­ser vom Netz zu neh­men, und eine Erwei­te­rung der Betä­ti­gungs­be­rei­che für Nie­der­ge­las­se­ne durch­zu­set­zen. Sie sind eine Mischung aus (Kurz­zeit-) Pfle­ge­heim und Kleinst­kran­ken­haus, aber kei­ne Gewähr­leis­tung einer bedarfs­ge­rech­ten wohn­ort­na­hen ambulant/stationären Ver­sor­gung.

    Not­wen­dig wäre hier­für die voll­stän­di­ge Öff­nung der Kran­ken­häu­ser für die ambu­lan­te fach­ärzt­li­che Behand­lung und die Ein­rich­tung von ambu­lan­ten Ver­sor­gungs­zen­tren der Kran­ken­häu­ser zur Sicher­stel­lung der wohn­ort­na­hen, flä­chen­de­cken­den (Not­fall-) Ver­sor­gung. Sek­tor­über­grei­fen­de Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen kön­nen, wenn sie orga­ni­sa­to­risch eng mit Kran­ken­häu­sern wei­te­rer Ver­sor­gungs­le­vel ver­schränkt wer­den, hier­zu einen Bei­trag leis­ten.

    Eine Schwä­chung der flä­chen­de­cken­den Not­fall­ver­sor­gung auf­grund der even­tu­ell dro­hen­den Nicht­teil­nah­me der sek­tor­über­grei­fen­den Ver­sor­ger am Not­fall­ver­sor­gungs­kon­zept ist nicht zu ver­tre­ten, genau wie die Tat­sa­che, dass in die­sen Ein­rich­tun­gen eine ärzt­li­che Ver­sor­gung rund um die Uhr nicht not­wen­dig ist (Beleg­arzt­sys­tem). Um die not­wen­di­ge Gemein­wohl­ori­en­tie­rung von sek­toren­über­grei­fen­den Ein­rich­tun­gen und ihren Bezug auf den loka­len und regio­na­len Ver­sor­gungs­be­darf sicher zu stel­len, müs­sen Kom­mu­nen und Gemein­den bei der Aus­ge­stal­tung der jewei­li­gen Ein­rich­tung mit­ent­schei­den. Andern­falls droht die Gefahr, dass das Ange­bot der sek­toren­über­grei­fen­den Ein­rich­tung pri­mär den Gewinn­in­ter­es­sen von Inves­to­ren folgt.

    Die Finanzierung von notwendigen Investitionen ist eine originäre Aufgabe staatlicher Daseinsvorsorge

    Die Ver­bes­se­rung der Ver­sor­gung und die dafür not­wen­di­gen Ände­run­gen der deut­schen Kli­nik­land­schaft benö­ti­gen nicht nur den Neu­start einer ver­ant­wor­tungs­vol­len Kran­ken­haus­pla­nung, son­dern auch wesent­lich höhe­re Inves­ti­ti­ons­mit­tel als sie die Län­der bis­her bereit­stel­len. Die Absicht des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters, die Kos­ten die­ser Auf­ga­be zur Hälf­te den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen auf­zu­bür­den (Trans­for­ma­ti­ons­fonds), ist ein Rechts­bruch und ein poli­ti­scher Skan­dal. GKV-Ver­si­cher­ten­bei­trä­ge sind nicht dafür da, Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se in der sta­tio­nä­ren Ver­sor­gung zu finan­zie­ren, sie sind allein zur gesund­heit­li­chen Ver­sor­gung der Ver­si­cher­ten zu ver­wen­den. Der Gesetz­ge­ber steht in der poli­ti­schen Ver­ant­wor­tung, die gesund­heit­li­che Daseins­vor­sor­ge zu gewähr­leis­ten und ihre Trans­for­ma­ti­on durch Steu­er­mit­tel abzu­si­chern. Die Argu­men­ta­ti­on im KHVVG, dass „über­schüs­si­ge Mit­tel“ des Gesund­heits­fonds, hier­für ein­ge­setzt wer­den sol­len, ist ange­sichts des­sen pre­kä­rer finan­zi­el­ler Per­spek­ti­ve eine Dreis­tig­keit und wird eine Erhö­hung der Kran­ken­kas­sen­bei­trä­ge zur Fol­ge haben. Auch die Benach­tei­li­gung der GKV gegen­über der PKV, die von einer sol­chen finan­zi­el­len Ver­pflich­tung ver­schont blei­ben soll, ist eine Umver­tei­lung von unten nach oben, die wir klar ableh­nen

    Nach dem Kran­ken­haus­fi­nan­zie­rungs­ge­setz von 1972 liegt es nach wie vor in der Ver­ant­wor­tung des Staa­tes der Bun­des­län­der, die­se Inves­ti­ti­ons­mit­tel auf­zu­brin­gen. Eine bedarfs­ge­rech­te Inves­ti­ti­ons­mit­tel­fi­nan­zie­rung wird sei­tens der Län­der jedoch seit Jahr­zehn­ten nicht mehr erbracht. Das Feh­len aus­rei­chen­der Inves­ti­ti­ons­mit­tel hat erheb­lich zur bestands­ge­fähr­den­den wirt­schaft­li­chen Kri­se zahl­rei­cher Kran­ken­häu­ser bei­getra­gen. Die Län­der müs­sen daher ihrer Ver­ant­wor­tung für eine bedarfs­ge­rech­te Inves­ti­ti­ons­fi­nan­zie­rung end­lich und dau­er­haft gerecht wer­den. Wo dies erfor­der­lich ist, kann der Bund durch befris­te­te, ziel­ge­rich­te­te Zuschüs­se dazu bei­tra­gen, dass die län­der­sei­ti­ge Ver­pflich­tung zur Inves­ti­ti­ons­fi­nan­zie­rung den Bedar­fen gerecht wird oder aber die Steu­er­ge­setz­ge­bung so ändern, dass die Län­der wie­der mehr Steu­er­mit­tel zur Ver­fü­gung haben.

    Wir for­dern: Dau­er­haft bedarfs­ge­rech­te Inves­ti­ti­ons­fi­nan­zie­rung durch die Län­der.

    Bünd­nis Kran­ken­haus statt Fabrik
    V.i.S.d.P. Dr. Nad­ja Rako­witz
    Mobil: 0172 – 185 8023
    info@krankenhaus-statt-fabrik.de

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  • Kampf gegen Rechts – Es wird nicht einfacher

    Kampf gegen Rechts – Es wird nicht einfacher

    aus der GbP 124

    von Colet­te Gras und Karen Span­nen­krebs

    Am 10. Janu­ar die­sen Jah­res ver­öf­fent­lich­te das Recher­chen­etz­werk Cor­rec­tiv einen Bericht über ein Geheim­tref­fen von ver­schie­de­nen Rech­ten, das für einen Auf­schrei der Empö­rung sorg­te, weil dort das Haupt­the­ma die so genann­te »Remi­gra­ti­on« war, also die geplan­te Aus­wei­sung von Men­schen ohne deut­schen Pass und Men­schen, die von den Rech­ten für »nicht-deutsch« gehal­ten werden1. Im Nach­gang erschien die deut­sche Öffent­lich­keit zunächst unge­wohnt einig. Nach Jah­ren der Bericht­erstat­tung über einen soge­nann­ten Rechts­ruck zeigt sich, wor­in des­sen offen­sicht­li­che Gefah­ren lie­gen. Und auch wenn »Remi­gra­ti­on« bekann­ter­ma­ßen das Pro­gramm von Tei­len der AfD, z.B. dem Höcke-Flü­gel ist, hat die­ser Bericht das Fass zum Über­lau­fen gebracht. Im Schock über die Ent­hül­lun­gen scheint klar: Alle – außer den AfD-Wähler*innen und den ande­ren Rech­ten – sind sich einig gegen Rechts.

    Dabei kann man sich schon allein über das Wort »Rechts­ruck« strei­ten, ver­schlei­ert es doch zum einen die unun­ter­bro­che­ne Kon­ti­nui­tät rechts­extre­mer und (neo)faschistischer Kräf­te in Deutsch­land seit 1945. (Die­se kann in der 23. Fol­ge des Pod­casts Rosa­lux Histo­ry gut nach­voll­zo­gen werden2). Für vie­le Antifaschist*innen war die Gefahr von Rechts schon lan­ge vor der Cor­rec­tiv Recher­che offen­sicht­lich. Und zum ande­ren ver­schlei­ert es die schlei­chen­de Ver­schie­bung der Poli­tik auch nicht als rechts gel­ten­der Par­tei­en nach rechts, ohne dass sie rechts­ra­di­kal oder rechts­extre­mis­tisch sind. Immer­hin wur­de im Janu­ar ein soge­nann­tes Rück­füh­rungs­ver­bes­se­rungs­ge­setz beschlos­sen, das vie­le For­de­run­gen der Rech­ten auf­greift und umsetzt. Und das von einer Regie­rungs­ko­ali­ti­on, die sich einig weiß mit den Demons­tra­tio­nen gegen Rechts…

    Den­noch gilt es, trotz der vor­han­de­nen Kon­ti­nui­tät auch die aktu­el­le Dring­lich­keit der Ent­wick­lung nicht zu über­se­hen. Die Gefahr einer extrem rech­ten Regie­rung ist real und sie ist aktu­ell. Bei­spie­le ande­rer (euro­päi­scher) Staa­ten und aktu­el­le Umfra­ge­er­geb­nis­se soll­ten uns gera­de in Hin­blick auf kom­men­de Kom­mu­nal­wah­len im Früh­som­mer die­ses Jah­res sehr hell­hö­rig machen. Die Fol­gen einer AfD-geführ­ten Kom­mu­nal­po­li­tik wer­den für vie­le Men­schen ganz real spür­bar sein.

    Im Novem­ber 2023 wur­de bei der Jah­res­haupt­ver­samm­lung des vdää* fol­gen­der Mit­glie­der­be­schluss gefasst: »Die MV beauf­tragt den Vor­stand des vdää*, eine Per­spek­ti­ve und eine Stra­te­gie zu ent­wi­ckeln, wie der Ver­ein dem Rechts­ruck in der Gesell­schaft und der zuneh­men­den Mili­ta­ri­sie­rung der Gesell­schaft ent­ge­gen­ar­bei­ten kann.«

    Die­sen gilt es nun im Lauf des Jah­res und dar­über hin­aus, zu kon­kre­ti­sie­ren und umzu­set­zen. Wir wer­den uns dabei auf ver­eins­in­ter­ne Bil­dungs­ar­beit, Öffent­lich­keits­ar­beit, Ver­net­zung und Bünd­nis­ar­beit stüt­zen.

    Doch auch im Ver­ein wird schnell deut­lich: Klar und ein­fach ist lei­der auch Anti­fa­schis­mus nicht und gera­de als Lin­ke sehen wir uns aktu­ell mit einer Viel­zahl von Fra­gen und Unklar­hei­ten kon­fron­tiert, die sich auch in Debat­ten im erwei­ter­ten Vor­stand des vdää* wider­spie­geln. Im Anschluss an den Beschluss des vdää*, Teil des Bünd­nis­ses: »Wir sind die Brand­mau­er« zu wer­den, gab es leb­haf­te Debat­ten zunächst im Mail­ver­tei­ler und dann bei einer Online Dis­kus­si­on des erwei­ter­ten Vor­stands des vdää* am 28. Janu­ar: Kern unse­rer Dis­kus­sio­nen waren ver­schie­de­ne Fra­gen, wie sie aktu­ell sicher­lich in vie­len lin­ken Kon­tex­ten, an Abend­essen­s­ti­schen und auf WG-Sofas dis­ku­tiert wer­den. In die­sem Arti­kel wol­len wir die­se sich her­aus­kris­tal­li­sie­ren­den Fra­gen zusam­men­tra­gen und schon vor­han­de­ne, sich teil­wei­se wider­spre­chen­de Posi­tio­nen wie­der­ge­ben. Dar­auf auf­bau­end wol­len wir im Lauf des Jah­res im Rah­men von kom­men­den Dis­kus­sio­nen und Ver­an­stal­tun­gen unse­re Position(en) und ggf. auch Stra­te­gien aus­bau­en.

    Steht die Brand­mau­er?
    Gegen wen oder was kämp­fen wir?

    Kämp­fen wir gegen »Rechts«, gegen die AfD, gegen den Faschis­mus? Was genau mei­nen wir damit? Wor­an macht sich die­ses »Rech­te« fest? An einer Par­tei, an gewis­ser Rhe­to­rik, an einem Bekennt­nis, an Inhal­ten? Auf wel­chen Ach­sen machen wir die­se Inhal­te fest? Anti­fe­mi­nis­mus, Ras­sis­mus, Migra­ti­ons­feind­lich­keit, Neo­li­be­ra­lis­mus, auto­ri­tä­re Repres­si­on, Mili­ta­ri­sie­rung von gesell­schaft­li­chen Kon­flik­ten, am Rück­fall hin­ter bür­ger­li­che Frei­heit und Gleich­heit… Die­se Fra­gen tun sich auf, unter ande­rem, weil die gro­ßen Demons­tra­tio­nen der letz­ten Mona­te die Idee der Brand­mau­er ins Zen­trum der Dis­kus­sio­nen gestellt haben. Dabei ist meis­tens eine »zivil­ge­sell­schaft­li­che« und par­tei­lo­se Orga­ni­sa­ti­on gegen Rechts bzw. den Faschis­mus gemeint. Wie bereits in unse­rer Dis­kus­si­on deut­lich wur­de, sug­ge­riert eine ‚Brand­mau­er‘, dass es ein kla­res davor und dahin­ter gebe, und dass somit klar sei, gegen wen und mit wem zusam­men gekämpft wird.

    Dabei ent­steht aber eine gewis­se Wider­sprüch­lich­keit: Am sel­ben Tag, an dem das Tref­fen von AfD-Poli­ti­kern, Iden­ti­tä­ren und ande­ren Rech­ten in Pots­dam statt­fand, wur­de im Bun­des­tag das Asyl­ge­setz verschärft3. Kann der Kampf gegen Rechts von der Kri­tik an der Poli­tik der Ampel-Koali­ti­on getrennt wer­den? Bzw. schwächt die gleich­zei­ti­ge Kri­tik an der AfD und der Ampel-Koali­ti­on den Kampf gegen Rechts? Oder soll­te sie nicht viel eher genau in die­se Pro­tes­te hin­ein­ge­tra­gen wer­den und macht die­se den Kampf stär­ker und kla­rer? Kön­nen wir uns ande­rer­seits ange­sichts der Dring­lich­keit der aktu­el­len poli­ti­sche Lage über­haupt ‚erlau­ben‘, eine sol­che Kri­tik aus­zu­üben? Vie­le haben Angst, dass die »Spal­tung« der Gegen­be­we­gung rech­te Ent­wick­lun­gen noch befeu­ern oder zumin­dest erleich­tern könn­te.

    Ande­re argu­men­tie­ren, dass brei­te Bünd­nis­se, wie sie im Kon­text der ‚Brand­mau­er‘ dis­ku­tiert wer­den, auch Gefah­ren mit sich brin­gen. Ange­führt wird in die­sem Zusam­men­hang das Bei­spiel Frank­reich, wo ähn­li­che Stra­te­gien schon geschei­tert sind. Bei den letz­ten bei­den Prä­si­dent­schafts­wah­len kam es letzt­end­lich zur Stich­wahl zwi­schen dem neo­li­be­ra­len Emma­nu­el Macron und der rechts­extre­men Mari­ne Le Pen vom Ras­sem­blem­ent Natio­nal (bis 2018 Front Natio­nal, FN). Beim ers­ten Mal stand die Brand­mau­er: Sehr vie­le sich als links-libe­ral ver­ste­hen­den haben sich not­ge­drun­gen hin­ter Macron und gegen den FN gestellt. Bei der zwei­ten Stich­wahl in die­ser Kon­stel­la­ti­on konn­ten sich dann schon viel weni­ger Wahl­be­rech­tig­te moti­vie­ren, für Macrons neo­li­be­ra­le Poli­tik zu stim­men, unter der so vie­le Men­schen in Frank­reich lei­den. Zu dis­ku­tie­ren wäre hier in Deutsch­land, ob die poli­tisch weit­sich­ti­ge­re Stra­te­gie nicht der Auf­bau einer dezi­diert lin­ken Alter­na­ti­ve zu Rechts­ra­di­ka­lis­mus und Neo­li­be­ra­lis­mus sein müss­te. Auch ob ein Blick nach Öster­reich und den Erfol­gen der KPÖ in Graz und Salz­burg dies­be­züg­lich hilf­reich ist, könn­ten wir dis­ku­tie­ren.

    Wie geht es wei­ter?

    Damit drän­gen sich schnell wei­te­re Fra­gen auf: Was sind aktu­ell wich­ti­ge stra­te­gi­sche Punk­te? Wel­che Bünd­nis­se müs­sen wir ein­ge­hen? Wer sind ver­läss­li­che Bündnispartner*innen?

    Die aktu­el­le Situa­ti­on lässt vor allem eins für Vie­le spür­bar wer­den; eine erschre­cken­de Dring­lich­keit, die zu einer Unge­duld führt, die oben gestell­ten Fra­gen kon­kret zu beant­wor­ten und not­wen­di­ge Schrit­te ein­zu­lei­ten. Dabei bleibt zu dis­ku­tie­ren, wel­che Bünd­nis­se aktu­ell trag­fä­hig sind. Geht es dar­um, ein Teil der brei­ten Pro­tes­te zu wer­den? Oder müs­sen wir uns (auch) auf die Suche auch nach Bündnispartner*innen machen, die auf den Groß­de­mons­tra­tio­nen nicht oder nur am Rand und mit einer kri­ti­sche­ren Agen­da (und einer lin­ken Demo nach der Demo) auf­tauch­ten? Denn: Die Demons­tra­tio­nen seit Janu­ar waren von der Zusam­men­set­zung her meist eher bür­ger­lich. An vie­len Orten bestan­den sie aus spon­ta­nen Bünd­nis­sen von sozia­len Bewe­gun­gen und Orga­ni­sa­tio­nen, teil­wei­se auch Unternehmer*innen4 sowie mit Betei­li­gung von Politiker*innen der regie­ren­den Par­tei­en, wie Olaf Scholz und Anna­le­na Baer­bock. Vie­ler­orts fehl­te die gro­ße Betei­li­gung von migran­ti­schen Milieus aber auch von Gewerk­schaf­ten. Lin­ke, kapi­ta­lis­mus­kri­ti­sche Posi­tio­nen waren kaum zu sehen oder zu ver­neh­men. Gleich­wohl unter­schie­den sich die Demos von Stadt zu Stadt an der Fra­ge, ob der Pro­test gegen »Rechts« die Kri­tik an der Poli­tik der Ampel-Koali­ti­on und auch der CDU/CSU ein­schloss oder nicht.

    Vie­le von uns sehen unse­re Auf­ga­be gera­de dar­in, auf Schein­hei­lig­keit und Dop­pel­mo­ral hin­zu­wei­sen und klar­zu­ma­chen, wo man­che Poli­tik der Ampel (und auch der Uni­on) genau in die Rich­tung des­sen geht, was die AfD pos­tu­liert. Damit haben wir auch die Chan­ce, denen, die über ihre eige­ne Par­tei ent­setzt sind (bei den GRÜNEN, der SPD, viel­leicht auch bei der CDU/CSU), ein Ange­bot zu machen und mit ihnen zusam­men­ar­bei­ten.

    Gleich­zei­tig wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Mas­sen­de­mons­tra­tio­nen und selbst Auf­stän­de in den letz­ten Jah­ren ihre Zie­le auf­grund poli­ti­scher Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit und feh­len­der Orga­ni­sie­rung nicht errei­chen konn­ten. Bei­spie­le dafür sind der soge­nann­te Ara­bi­sche Früh­ling, die Gelb­wes­ten-Pro­tes­te in Frank­reich oder die Black Lives Mat­ter-Bewe­gung in den USA, die alle­samt gro­ße Bewe­gun­gen dar­stell­ten, die auch lang­wie­rig und radi­kal waren, aber so gut wie nichts von ihren Zie­len umset­zen konn­ten, vor allem nicht lang­fris­tig. Es bräuch­te also mehr als Mas­sen­pro­tes­te – und anschei­nend auch eine bes­se­re polit-öko­no­mi­sche Ana­ly­se der Problemlage.5 Lang­fris­tig sehen vie­le von uns es als Ziel, eine lin­ke Bewe­gung mit­zu­or­ga­ni­sie­ren, die die Bar­ba­rei des sta­tus-quo kri­ti­siert und deren Zuspit­zung in Gestalt des Faschis­mus etwas ent­ge­gen­zu­set­zen hat.

    Was und wie ler­nen wir aus der Geschich­te?

    Auch in unse­rer Debat­te im vdää*-Vorstand wur­de sich immer wie­der auf die Geschich­te rück­be­zo­gen. Par­al­le­len in die 20er Jah­re des letz­ten Jahr­hun­derts drän­gen sich vie­len gera­de auf. Doch: Wel­ches Bild der 20er Jah­re wird dabei gezeich­net? Was wird gese­hen, was wird weg­ge­las­sen? Ist es über­haupt sinn­voll, eine Par­al­le­le zu den 1920er Jah­ren zu zie­hen? Ist die Zeit 2024 trotz eini­ger Par­al­le­len nicht inso­fern grund­sätz­lich ver­schie­den, als es damals eine star­ke lin­ke pro­le­ta­ri­sche Bewe­gung gab, von der heu­te nicht nur in Deutsch­land kaum etwas übrig­ge­blie­ben ist? Und wenn wir in die 20er schau­en und ver­su­chen, Feh­ler von damals nicht zu wie­der­ho­len: Wel­che Schlüs­se zie­hen wir? Bekla­gen wir vor allem abspal­te­ri­sche Ten­den­zen und die man­geln­de Einig­keit in der Lin­ken, oder zie­hen wir gera­de die Erkennt­nis, dass weder Sozialdemokrat*innen noch kon­ser­va­ti­ve Bür­ger­li­che ver­läss­li­che Bündnispartner*innen waren, und war der Ver­such eines gemein­sa­men Anti­fa­schis­mus des­halb zum Schei­tern ver­ur­teilt?

    Hin­zu­kommt die Fra­ge der Mili­ta­ri­sie­rung der Gesell­schaft, die nun ja auch expli­zit durch die Ankün­di­gung von Minis­ter Lau­ter­bach und impli­zit seit einer gan­zen Wei­le schon (sie­he die vie­len Arti­kel und Debat­ten im DÄB) im Gesund­heits­we­sen ange­kom­men ist. Auch hier stel­len sich Fra­gen: Ist eine Mili­ta­ri­sie­rung immer ein Cha­rak­te­ris­ti­kum rech­ter Poli­tik – auch wenn aktu­ell in Deutsch­land die expli­zit Rech­ten, also die AfD, davon weni­ger reden als die Politiker*innen der Ampel-Koali­ti­on und der Uni­on? Wie könn­te eine lin­ke frie­dens­po­li­ti­sche Posi­ti­on der Ärzt*innenschaft heu­te aus­se­hen – eine Fra­ge, die im vdää* seit des­sen Grün­dung immer wie­der dis­ku­tiert wur­de. Wie hän­gen Krieg, Kapi­ta­lis­mus und bür­ger­li­cher Staat zusam­men? Wie kri­ti­sie­ren wir Krieg, ohne naiv pazi­fis­tisch zu sein? Oder gehö­ren medi­zi­ni­sche Per­spek­ti­ve und pazi­fis­ti­sche not­wen­dig zusam­men? Was heißt das heu­te?

    Wir freu­en uns dar­auf, über all die­se Fra­gen, Ideen und Stra­te­gien im Gespräch zu blei­ben und die offe­ne und auch kon­tro­ver­se Dis­kus­si­on zu suchen. Dabei wol­len wir unse­re Per­spek­ti­ve erwei­tern und uns ver­schie­de­ne Infor­ma­tio­nen und Blick­win­kel aneig­nen, um hof­fent­lich an der Aus­ar­bei­tung lin­ker Ant­wor­ten auf die drän­gen­de Gefahr von Rechts mit­zu­wir­ken.

    Wich­tig ist, dass wir ange­sichts der Kom­ple­xi­tät der Lage nicht den Kopf in den Sand ste­cken und dass wir uns nicht – wie so vie­le lin­ke Debat­ten heut­zu­ta­ge – in ein Freund-Feind-Sche­ma pres­sen las­sen, das bei der kleins­ten Abwei­chung von der eige­nen Posi­ti­on den ande­ren gleich ins »geg­ne­ri­sche« Lager steckt. Alles ist etwas kom­pli­zier­ter und ein­fach ist es ohne­hin nicht – na und? Anti­fa bleibt eben nicht nur Hand- son­dern durch­aus auch Kopf­ar­beit.

    Wie geht es nun kon­kret im vdää* mit dem The­ma wei­ter?

    Eine Arbeits­grup­pe aus dem Vor­stand wird sich dazu in den kom­men­den Mona­ten wei­ter Gedan­ken machen.

    Unse­re Ideen sind:

    • zum einen ein brei­tes Bil­dungs­an­ge­bot mit Mög­lich­keit zur Dis­kus­si­on für Mit­glie­der und Inter­es­sier­te aus unse­ren poli­ti­schen Netz­wer­ken.
      • Damit wol­len wir gemein­sam und mit Hil­fe von exter­nen Referent*innen Ant­wor­ten auf drän­gen­de Fra­gen fin­den, z.B.:
      • nach Ideo­lo­gie und Stra­te­gie rech­ter Akteu­re,
      • nach Ursa­chen für das Erstar­ken rech­ter Ten­den­zen in Poli­tik und Gesell­schaft
      • den kon­kre­ten Gefah­ren für das Gesund­heits­we­sen bzw. unse­re Patient*innen (etwa durch Ras­sis­mus, Anti­se­mi­tis­mus, Sexis­mus und Que­er­feind­lich­keit, aber auch durch Austeri­täts­maß­nah­men)
      • Zusam­men­hang zu Mili­ta­ri­sie­rung in Gesell­schaft und Gesund­heits­we­sen
      • und nicht zuletzt mög­li­che Gegen­maß­nah­men, um uns hand­lungs­fä­hig in der Pra­xis zu machen
    • Zum ande­ren anti­fa­schis­ti­sche Netz­wer­ke im Gesund­heits­we­sen (und dar­über hin­aus) bil­den und stär­ken

    Dazu pla­nen wir:

    • eine (min­des­tens) drei­tei­li­ge Online-Ver­an­stal­tungs­rei­he, in der wir uns mit den Hin­ter­grün­den von rech­ter Poli­tik und Rechts­extre­mis­mus aus­ein­an­der­set­zen, sowie ganz kon­kre­te Gefah­ren und Hand­lungs­stra­te­gien im Gesund­heits­we­sen dis­ku­tie­ren.
    • Beglei­ten­de inter­ne Dis­kus­sio­nen sowie Netz­werk­ar­beit und gemein­sa­me Dis­kus­sio­nen mit Orga­ni­sa­tio­nen, Initia­ti­ven und Ein­zel­per­so­nen (z.B.: vdää*, Kran­ken­haus statt Fabrik, ver.di, Grup­pen Kri­ti­scher Mediziner*innen, Medibüros/medinetze, IPPNW, evtl. wei­te­re anti­ras­sis­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen)
    • eine Son­der­aus­ga­be der Gesund­heit braucht Poli­tik 424
    • das dies­jäh­ri­ge Gesund­heits­po­li­ti­sche Forum

    Kon­kre­te Ankün­di­gun­gen und Ein­la­dung fol­gen in Kür­ze. Wir freu­en uns, wenn Ihr Inter­es­se habt und Euch zahl­reich betei­ligt!

  • Die GbP 1⁄24 ist da!

    Die GbP 124 ist da!

    Als Ver­eins­mit­glied oder GbP Abonennt*in dürft ihr euch in den nächs­ten Tagen über Post freu­en- Die neue Aus­ga­be ist da!

    In die­ser Aus­ga­be haben wir uns mit neu­en Beru­fen und Ent­wick­lun­gen rund um die Arbeits­tei­lung im Gesund­heits­we­sen befasst. Wäh­rend wir Ent­wi­k­lun­gen weg von einer stren­gen Hier­ar­chi­sie­rung hin zu einer gleich­be­rech­ti­gen Koope­ra­ti­on der Gesund­heits­fach­kräf­te begrü­ßen, wol­len wir zugleich genau hin­schau­en, wo zum Zwe­cke der Ein­spa­rung von Lohn­los­ten Tätig­kei­ten auf schlech­ter bezahl­te Beschäf­tig­te abge­wälzt und Pro­zes­se in immer klei­ne­re Ein­hei­ten auf­ge­spal­tet wer­den.

    Hier fin­det ihr das voll­stän­di­ge Edi­to­ri­al der Aus­ga­be.

    Eine Ankün­di­gung: Wir wol­len uns Eurer Kri­tik (und natür­lich auch Eurem Lob) in einem neu­en For­mat stel­len: Wir wer­den eine Online-Ver­an­stal­tung zum Heft-Release anbie­ten, bei der wir das Heft mit Autor*innen vor­stel­len und mit Euch dis­ku­tie­ren wol­len. Der Ter­min folgt in Kür­ze.

    Hier gelangt ihr zur aktu­el­len Aus­ga­be der GbP. Falls ihr noch kein Abo habt, erfahrt ihr hier, wie ihr eins bekom­men könnt.

    Die Redak­ti­on, das Lay­out und der Druck die­ser Zeit­schrift kos­ten Geld. Wer kann, ist des­halb auf­ge­ru­fen, an das Soli­da­ri­sche Gesundheits­wesen zu spen­den. Um bes­ser pla­nen zu kön­nen und lang­fris­ti­ge und kon­ti­nu­ier­li­che Arbeit zu leis­ten, freu­en wir uns beson­ders über regel­mä­ßi­ge Spen­den.

  • Save the Date! Gesundheitspolitisches Forum am 29./30. November

    Save the Date! Gesundheitspolitisches Forum am 29./30. November

    Am 29. und 30. Novem­ber wird unser dies­jäh­ri­ges Gesund­heits­po­li­ti­sches Forum statt­fin­den. Wie immer in Koope­ra­ti­on mit dem Ver­ein demo­kra­ti­scher Ärzt*innen.

    Der vor­läu­fi­ge Titel lau­tet:

    Soli­da­ri­tät ver­tei­di­gen! Gefahr von Rechts- Fol­gen und Stra­te­gien im Gesund­heits­we­sen

    Auch wir im Gesund­heits­we­sen kom­men nicht umhin, uns mit dem Ersar­ken der poli­ti­schen Rech­ten und aus­ein­an­der­zu­set­zen. Es gilt, sich gera­de jetzt für eine soli­da­ri­sche Gesell­schaft stark zu machen und uns der Gefah­ren bewusst zu wer­den, denen gera­de die Men­schen aus­ge­setzt sind, für deren Gesund­heit und Gesund­heits­ver­sor­gung wir uns vor­nehm­lich ein­set­zen, näm­lich sozi­al Benach­tei­lig­te und Men­schen, die von Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung betrof­fen sind.

    Am Frei­tag 29.11. und Sams­tag 30.11. wer­den wir uns in Vor­trä­gen, Panel und Work­shops mit die­sem The­ma beschäf­ti­gen.

    Ort: Zen­tral­werk Dres­den

    Pro­gramm und wei­te­re Infor­ma­tio­nen (Anmel­dung, Bet­ten­bör­se, Kin­der­be­treu­ung) fol­gen.