Bundesweite Demos gegen Sozialabbau

Am 26.09.2026 haben in ganz Deutsch­land Demos gegen den Sozi­al­ab­bau statt­ge­fun­den. Wir waren auch dabei!

Hier unse­re Posi­ti­on dazu:

Soli­da­ri­tät statt Armuts­be­schleu­ni­gung

Durch die kom­men­den Kür­zun­gen kommt es zu einer spür­ba­ren Mehr­be­las­tung für die Patient*innen: Zuzah­lun­gen bei Medi­ka­men­ten stei­gen von maxi­mal 10 auf 15 Euro, und beim Zahn­ersatz sinkt der Kos­ten­er­satz von 50 auf 40 Pro­zent. Das sind im Ernst­fall meh­re­re hun­dert Euro. Und die­se tref­fen nicht irgend­je­man­den, son­dern jene, die ohne­hin geschwächt sind.

In den Kran­ken­häu­sern tref­fen die Kür­zun­gen in ers­ter Linie die Beschäf­tig­ten. Hier sol­len über Jah­re erkämpf­te Errun­gen­schaf­ten wie das Pfle­ge­bud­get zurück­ge­fah­ren und die PPR 2.0 (ver­pflich­ten­de Per­so­nal­be­mes­sung) ersatz­los gestri­chen wer­den. Tarif­er­hö­hun­gen wer­den nicht mehr refi­nan­ziert, und letzt­lich steigt der Schlie­ßungs­druck. Und zwar ersatz­lo­se Schlie­ßun­gen – ohne dass bestehen­de Ideen wie Poli­kli­ni­ken oder Ambu­la­to­ri­en, ins­be­son­de­re auf dem Land, auf­ge­grif­fen wer­den, um die ent­ste­hen­den Ver­sor­gungs­lü­cken zu schlie­ßen.

Wir stel­len uns klar gegen eine soge­nann­te „ein­nah­me­ori­en­tier­te Aus­ga­ben­po­li­tik”. Die­se wider­spricht dia­me­tral den Grund­prin­zi­pi­en der Daseins­vor­sor­ge. Daseins­vor­sor­ge soll Grund­be­dürf­nis­se befrie­di­gen und Grund­rech­te sicher­stel­len. Sie macht am tat­säch­li­chen Bedarf der Men­schen fest und nicht – wie das rest­li­che Wirt­schafts­sys­tem – an der kauf­kräf­ti­gen Nach­fra­ge. Die­ser tat­säch­li­che Bedarf muss dann auch finan­ziert wer­den, z. B. durch Umver­tei­lung von Ver­mö­gen. Die ein­nah­me­ori­en­tier­te Aus­ga­ben­po­li­tik macht das genaue Gegen­teil: Der Bedarf wird den Finan­zen unter­ge­ord­net. Hier wird oft die Meta­pher von der schwä­bi­schen Haus­frau ange­führt, die auch nicht mehr aus­ge­ben kann, als sie hat. Was für einen ein­zel­nen Haus­halt rich­tig sein mag, ist es aber noch lan­ge nicht für eine gan­ze Gesell­schaft und für die Sicher­stel­lung der Bedürf­nis­se gera­de der Benach­tei­lig­ten. Sug­ge­riert wird, dass es kei­ne Alter­na­ti­ven gäbe. Das ist nicht rich­tig. Die Ein­be­zie­hung aller Men­schen und aller Ein­künf­te in eine Ein­heits- oder Bürger*innenversicherung sowie die Über­nah­me ver­si­che­rungs­frem­der Leis­tun­gen durch den Staat wären die rich­ti­ge sozia­le Alter­na­ti­ve.

Wir ste­hen gegen die­se Maß­nah­men und für ein soli­da­ri­sches Gesund­heits­we­sen, in dem Arbeitnehmer*innen und all jene, die krank, arm oder alt sind, von der Gemein­schaft geschützt und getra­gen wer­den, anstatt ärmer und krän­ker gemacht zu wer­den.